Deutsch-Integrationskurse

Wir bieten vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) geförderte Integrationskurse an. Jeder Integrationskurs besteht aus einem Sprachkurs ( Deutschkurs ) und einem  Orientierungskurs. Der allgemeine Integrationskurs dauert 700 Unterrichtseinheiten (UE), je nach Ausrichtung des Kurses, der für Sie in Frage kommt, kann die Gesamtdauer auch bis zu 1.000 UE betragen. 

Der Sprachkurs ist Teil des Integrationskurses. Er dauert im allgemeinen Integrationskurs insgesamt 600 Unterrichtseinheiten (UE), in den speziellen Kursen bis zu 900 UE.

Der Sprachkurs schließt mit der Prüfung „Deutsch-Test für Zuwanderer“ (DTZ) ab. Ziel des Sprachkurses ist in der Regel das Sprachniveau B1.

Im Anschluss an den Sprachkurs besuchen Sie den Orientierungskurs. Er umfasst 100 Unterrichtseinheiten (UE). Der Orientierungskurs vermittelt Ihnen über den deutschen Alltag, die deutsche Gesichte und Kultur. Den Orientierungskurs schließen Sie mit dem Abschlusstest „Leben in Deutschland“ ab.

Einstufungstest

Bei Bedarf ermitteln wir für Sie mit Hilfe eines Einstufungstests und einer persönlichen Beratung das geeignete Einstiegsmodul und den für Sie passenden Kurs.

Was kostet ein Integrationskurs?

Empfänger von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe werden auf Antrag vom Kostenbeitrag befreit.

Unsere Kurse:

Wir bieten Ihnen ein umfassendes Integrations- und Deutschkursprogramm für unterschiedliche Bedürfnisse an. 

Wir bieten Ihnen drei unterschiedliche Kurszeiten an. Sie können sich aussuchen zu welcher Kurszeit Sie an einem Integrationskurs teilnehmen möchten.  

Unser aktuelles Kursprogramm finden Sie hier.

Allgemeine Integrationskurse 

Der allgemeine Integrationskurs besteht aus 6 Modulen je 100 Unterrichtsstunden a 45 Minuten. Dazu kommt 1 Modul Orientierungskurs mit 100 Unterrichtsstunden a 45 Minuten.

Jugendintegrationskurse

Teilnehmende am Sprachkurs sind junge Zugewanderte ohne ausreichende deutsche Sprachkenntnisse, die zu Kursbeginn das 27. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, nicht mehr schulpflichtig sind und die Aufnahme einer schulischen oder beruflichen Ausbildung anstreben.

Frauenintegraionskurse

Zielgruppe der Frauenintegrationskurse sind zugewanderte Frauen, die aus familiären oder kulturellen Gründen keinen allgemeinen Integrationskurs besuchen können oder wollen. Der bis zu 1000 Unterrichtsstunden umfassende Frauenintegrationskurs verfolgt das Ziel, den Teilnehmerinnen Kenntnisse der deutschen Sprache auf dem Niveau B1 entsprechend des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens (GER) sowie Alltagswissen und Kenntnisse der Rechtsordnung, der Kultur und der Geschichte Deutschlands zu vermitteln. 

Elternintegrationskurse

Elternintegrationskurse können für Mütter und Väter angeboten werden, die ein besonderes Interesse an Erziehung, Bildung und Ausbildung und Berufswahl ihrer Kinder haben.

Der Elternintegrationskurs umfasst 1000 Unterrichtsstunden und hat das Ziel, den Teilnehmenden Kenntnisse der deutschen Sprache auf dem Niveau von B1 entsprechend des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens (GER) sowie Kenntnisse der Rechtsordnung, der Kultur und der Geschichte Deutschlands zu vermitteln.

Alphabetiserungskurse

Alphabetisierungskurse richten sich an Migrantinnen und Migranten, die in ihren Herkunftssprachen nicht bzw. nicht ausreichend alphabetisiert sind und daher zu Beginn des Spracherwerbsprozesses einer besonderen (schrift-)sprachlichen und methodisch-didaktischen Förderung bedürfen

Aufgabe des Alphabetisierungskurses ist es, die Teilnehmenden innerhalb von maximal 1300 Unterrichtseinheiten (UE) dem Ziel der funktionalen Alphabetisierung möglichst nah zu bringen und gleichzeitig Deutschkenntnisse zu vermitteln.

Zweitschriftlernerkurse

Der bis zu 1.000 UE umfassende Integrationskurs für Zweitschriftlernende (Zweitschriftlernerkurs) richtet sich an Migrantinnen und Migranten, die den Schrifterwerb in einer bzw. mehreren Sprache(n) mit einem nicht-lateinischen Schriftsystem durchlaufen haben und in diesen Sprachen alphabetisiert sind. Das lateinische Alphabet müssen sie nun als weiteres Schriftsystem erwerben, um die deutsche Sprache erfolgreich erlernen zu können.

Wiederholerkurse

Teilnehmer, die bereits einen Integrationskurs absolviert haben und die Deutsch-Prüfung nicht erfolgreich bestanden haben,  können in weiteren 300 Unterrichtsstunden auf eine weitere Prüfung vorbereitet werden. Voraussetzungen sind: die vollständige Absolvierung  eines Integrationskurses und das Ablegen der Sprachprüfung.

Fragen und Antorten zum Thema Integrationskurs

Ziel ist es, die Integration und gesellschaftliche Teilhabe von Zugewanderten zu fördern. Dies wird erreicht durch

  • den Sprachkurs mit insgesamt 600 Unterrichtseinheiten von jeweils 45 Minuten und
  • den Orientierungskurs mit 100 Unterrichtseinheiten von jeweils 45 Minuten.

Für spezifische Bedarfe stehen ausdifferenzierte Kursformate mit einem größeren Anteil an Sprachförderung zur Verfügung.

Im Sprachkurs sollen die Teilnehmenden die deutsche Sprache auf dem Niveau B1 des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens erlernen. Hierdurch können sie sich im Alltag zurechtfinden und sprachlich selbstständig handeln. Im Orientierungskurs werden den Teilnehmenden Kenntnisse zu unserer Rechtsordnung und über die Geschichte und Kultur Deutschlands vermittelt. Die Teilnehmenden erfahren hier zudem, welche Werte und Gepflogenheiten in Deutschland besonders wichtig sind.

Teilnahmeberechtigte, die ordnungsgemäß am Integrationskurs teilgenommen haben und den Abschlusstest des Sprachkurses nicht mit dem Sprachniveau B1 bestehen, haben eine vom Bund geförderte einmalige Wiederholungsmöglichkeit des Sprachkurses mit einem Umfang von maximal 300 Unterrichtseinheiten.

Wer darf am Integrationskurs teilnehmen?

Berechtigt zur Teilnahme sind:

  • Spätaussiedler und Spätaussiedlerinnen und neu zugewanderte Menschen mit auf Dauer angelegtem Aufenthaltsstatus
  • Ausländer und Ausländerinnen, die bereits länger in Deutschland leben, Unionsbürger und Unionsbürgerinnen sowie besonders integrationsbedürftige Deutsche
  • Asylbewerber und Asylbewerberinnen mit guter Bleibeperspektive, Geduldete mit einer Aufenthaltserlaubnis nach § 60a Abs. 2 Satz 3 AufenthG sowie Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 5 AufenthG

Näheres regelt § 44 Aufenthaltsgesetz

Verpflichtet zur Teilnahme sind:

  • Neu zugewanderte Menschen, die sich nicht auf einfache Art in deutscher Sprache mündlich verständigen können bzw.die noch nicht über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen. In diesem Fall verpflichten die Ausländerbehörden zu einer Kursteilnahme.
  • Bereits länger in Deutschland lebende Ausländer und Ausländerinnen, die besonders integrationsbedürftig sind und sie von der Ausländerbehörde verpflichtet werden.
  • Ausländer und Ausländerinnen, die Leistungen nach SGB II beziehen und von den Trägern der Grundsicherung, also den Jobcentern, zur Teilnahme verpflichtet werden.
  • Asylbewerber und Asylbewerberinnen mit guter Bleibeperspektive, Geduldete mit einer Aufenthaltserlaubnis nach § 60a Abs. 2 Satz 3 AufenthG sowie Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis nach § 25 Abs. 5 AufenthG, die Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen und die von der zuständigen Leistungsbehörde zur Teilnahme an einem Integrationskurs aufgefordert werden. Hier sind es die Träger der Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz, die zur Kursteilnahme verpflichten.

Nur Ausländerbehörden, Träger der Grundsicherung und Träger der Leistungen nach Asylbewerberleistungsgesetz können Personen zur Teilnahme an einem Integrationskurs verpflichten, die Verpflichtung nachhalten und bei Verstößen ggf. die gesetzlich vorgesehenen Sanktionen aussprechen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge kann Personen weder zur Teilnahme an einem Integrationskurs verpflichten noch Sanktionen aussprechen.

Näheres regelt § 44a Aufenthaltsgesetz

Alle Teilnehmenden müssen vor Beginn des Kurses einen Einstufungstest absolvieren. Anhand der Testergebnisse werden sie einem bestimmten Kursabschnitt zugeordnet. Gegebenenfalls wird der Besuch eines speziellen Integrationskurses empfohlen. Nach Anmeldung beim Kursträger soll der Integrationskurs innerhalb von sechs Wochen beginnen, ansonsten kann das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge steuernd eingreifen.

Im Grundsatz werden die Kosten zur Hälfte vom Teilnehmenden und zur anderen Hälfte vom Staat getragen. Für jede Unterrichtsstunde des Integrationskurses muss der Teilnehmende derzeit 1,95 Euro zahlen (Kostenbeitrag).

Ein allgemeiner Integrationskurs besteht aus 700 Stunden (nämlich aus den 600 Stunden Sprachkurs und dem 100-stündigen Orientierungskurs). Der Kostenbeitrag für einen allgemeinen Integrationskurs beträgt also 1.365 Euro. Dieser Betrag muss nicht auf einmal gezahlt werden, sondern wird pro Kursabschnitt à 100 Unterrichtseinheiten entrichtet. Für einen Spezialkurs mit entsprechend mehr Unterrichtseinheiten fällt auch der Kostenbeitrag höher aus (z.B. 1.950 Euro bei 1.000 Unterrichtseinheiten).

Für Empfänger bestimmter Sozialleistungen besteht die Möglichkeit der Kostenbefreiung. So werden z.B. Empfänger von Arbeitslosengeld II oder Sozialhilfe auf Antrag vom Kostenbeitrag befreit. Auch Personen, denen die Zahlung aufgrund ihrer wirtschaftlichen oder persönlichen Situation besonders schwer fällt, können nach entsprechender Prüfung von der Zahlung befreit werden.

Für Personen mit besonderen Lernbedarfen gibt es spezielle Integrationskurse mit bis zu 1.000 Unterrichtseinheiten:

  • Alphabetisierungskurse
  • Jugendintegrationskurse
  • Eltern- bzw. Frauenintegrationskurse
  • Förderkurse (für bereits länger in Deutschland lebende Menschen, welche die deutsche Sprache nur unvollständig erlernt haben)
  • Integrationskurse für Zweitschriftlernende
  • Kurse für Menschen mit Behinderungen.

Angeboten werden auch Intensivkurse für Schnelllerner mit insgesamt 430 Unterrichtseinheiten.

Nach dem Abschluss des Integrationskurses können sich innerhalb des modular angelegten Gesamtprogramms Sprache die Kurse der berufsbezogenen Deutschsprachförderung anschließen.

Der Sprachkurs schließt mit dem „Deutsch-Test für Zuwanderer“ (DTZ) ab, der Orientierungskurs mit dem Test „Leben in Deutschland“ (LiD). Teilnehmende, die beide Tests erfolgreich bestanden haben, erhalten das „Zertifikat Integrationskurs“.

Wer den DTZ trotz ordnungsgemäßer Kursteilnahme nicht besteht, kann maximal 300 Unterrichtsstunden des Sprachkurses wiederholen und erneut kostenlos am DTZ teilnehmen.

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